Kulturelles Erbe – auch und gerade in der EU

Das kulturelle Erbe ist ein elementarer Bestandteil der Selbstdefinition eines jeden Menschen, indem es den Zusammenhalt eines Volkes und seine Errungenschaften dokumentiert. Man fühlt sich aufgrund seines kulturellen Erbes einer großen Gemeinschaft zugehörig und außerdem bedingt es den Fortschritt an sich, denn Kunst, Musik und Technik werden erhalten und anhand dieser Grundlagen immer weiter entwickelt. Doch ist das kulturelle Erbe nicht nur bei der individuellen Entwicklung und Betrachtung mitwirkend, sondern es ist auch ein Mittel, mit anderen Völkern und Individuen zu kommunizieren. Über Kunst und Musik lassen sich zum Beispiel Gefühle und Weltanschauungen mitteilen, wenn man einer Sprache nicht mächtig ist. Technischer Fortschritt kann den Lebensstandard eines jeden überall erhöhen. Ein jeder kann einzeln oder gemeinsam mit anderen das kulturelle Erbe pflegen und erweitern. Und somit ist das kulturelle Erbe nicht nur ein persönliches, sondern ein gemeinschaftliches Projekt, das völkerübergreifend sein kann. Dazu dient dann auch die Völkerverständigung. Diese beruht auf einigen simplen Prinzipien: dem Respekt und der Anerkennung der kulturellen Vielfalt und dem kulturellen Erbe gegenüber, dem globalen, interkulturellen Dialog, dem jeweiligen Recht, der Gleichheit und der Unabhängigkeit, dem Schutz der Menschenrechte, dem globalen Frieden und der globalen Stabilität.

Doch das kulturelle Erbe ist nicht nur einzelnen Völkern zuzuordnen und als Verständigungsmittel zu betrachten, sondern kann sich auch ganz neu entwickeln, so in der Europäischen Union. In der EU kann sich ein ganz neues, die Völker übergreifendes und einendes Erbe manifestieren, welches den Frieden fördert und erhält. EU-übergreifende Politik, gemeinschaftliche Bauprojekte und Projekte zum Schüleraustausch sind Grundlagen, auf denen sich das europäische kulturelle Erbe begründen kann. Dass man sich bereits als Gemeinschaft versteht, ist durch die gemeinsame europäische Flagge und die Hymne bestätigt. Zudem bemüht sich die EU darum, den kulturellen Austausch auch mit anderen Ländern und deren Zusammenschlüssen zu fördern. Damit aber die Völkerverständigung sowohl innereuropäisch als auch außereuropäisch gelingt, bedarf es einiger Institutionen, die sich dieser Aufgabe annehmen. Folglich arbeiten sowohl EU, UNESO, EuNIC (Europäisches Informationszentrum für Kultur) und andere Vereinigungen zusammen, um dieses Ziel zu erreichen und sowohl Individualität als auch Gemeinschaft zu bewirken.

Ein Bestandteil dieser Arbeit ist es mitunter, so schlichte und gleichzeitig wirkungsvolle Mittel wie Foren zur Verfügung zu stellen, auf denen sich Menschen aller Welt treffen und austauschen können. Solche findet man mitunter unter dem Begriff „Young Leaders“, welcher schon zeigt, dass es sich um Foren für junge, engagierte Leute handelt, die die Zukunft im Blick haben. Aufklärung, Informationsvermittlung und Veranstaltungen sind weitere Bereiche zur Förderung der Völkerverständigung und es gibt noch einige mehr, und nicht alle werden nur von den oben genannten Institutionen geboten, sondern auch von kleinen Vereinen, Gemeinden und Privatpersonen.

Letzten Endes kann also ein jeder zum kulturellen Erbe beitragen und es schützen und damit den Weg in eine friedvollere und verständigere Zukunft ebnen.